Tafel IV · robuste Einwanderin aus Nordamerika
Regenbogenforelle
Oncorhynchus mykiss

Sofort erkennen
- Schwarze Punkte bis in die Schwanzflosse — die dicht getupfte Schwanzflosse ist das sicherste Einzelmerkmal.
- Rosa schillerndes Band entlang der Flanke, vom Kiemendeckel bis zur Schwanzwurzel.
- Keine roten Tupfen am Körper, und keine leuchtend weißen Flossensäume.
- Fettflosse vor der Schwanzflosse, auch sie ist ein Lachsfisch.
Die Regenbogenforelle ist ein lebhafter, kampfstarker Lachsfisch, und eine Zugereiste: Erst um 1880 kam sie von der Pazifikküste Nordamerikas zu uns. Robuster als die heimische Bachforelle, kommt sie mit wärmerem, sauerstoffärmerem Wasser zurecht und steht gern frei in der Strömung statt im Versteck.
An der Fränkischen Saale triffst du sie in den kühleren, sauerstoffreichen Abschnitten, in tiefen Rinnen, Kehrwasser und im schäumenden Wasser unterhalb von Wehren. Da ist sie vor allem dank umsichtigem Besatz, natürlich vermehrt sie sich nur selten.
- dicht getupfte Schwanzflosse
- rosa schillerndes Band
- keine roten Tupfen
- fast ungefleckte Schwanzflosse
- rote Tupfen mit hellem Hof
- olivbrauner Grund
Faustregel: Punkte bis in die Schwanzflosse und ein rosa Band bedeuten Regenbogenforelle.
Das Band, das ihr den Namen gab
Keine andere Forelle der Saale trägt es: ein breites, schillerndes rosa Band, das über die ganze Flanke läuft, am kräftigsten bei Fischen aus fließendem Wasser. Dazu eine mit feinen schwarzen Punkten übersäte Schwanzflosse und die fehlenden roten Tupfen, dann ist die Zugereiste aus Nordamerika unverwechselbar.
Was die Regenbogenforelle (hier) besonders macht
Ihre Geschichte an der Fränkischen Saale ist eine Geschichte der Zucht: Das Fischgut Seewiese bei Gräfendorf, nach eigener Überlieferung die älteste Forellenzucht Deutschlands, hat die Zugereiste hier längst heimisch gemacht.
- um 1880 Über den Atlantik Von der Pazifikküste Nordamerikas herübergebracht, eine robuste Neubürgerin, die sich in Europas Zuchten und Flüssen einleben sollte.
- 1882 Ein eigener Teich Am neu gegründeten Fischgut Seewiese bekam die Regenbogenforelle von Anfang an ihren eigenen Teich, geschätzt für ihr schnelles Wachstum.
- 1903 & 1910 Erste Preise, Eier ins Ausland Der Betrieb gewann erste Preise für seine Regenbogenforellen, und seine Eier reisten bis nach Frankreich und Russland, Forellen von der Saale hinaus in die Welt.
- 2,5–3 Jahre Die Schnellwüchsige Bis zur Speisereife braucht sie etwa zweieinhalb bis drei Jahre, etwa halb so lang wie die heimische Bachforelle.

Das Band in echt
Am lebenden Fisch sieht man, was das Schema nur andeutet: den rosa Schimmer über die Flanke, die feinen Punkte bis in die Schwanzflosse hinein und keinen einzigen roten Tupfen. Jede Regenbogenforelle trägt das Band ein wenig anders.
Ein Gast, mit Augenmaß besetzt
Die Regenbogenforelle ist nicht gefährdet, im Gegenteil: robust, anpassungsfähig und einer der meistgezüchteten Fische der Welt. Als nicht heimische Art wird sie aber mit Bedacht besetzt, denn in kühleren Abschnitten kann sie sensiblen Heimischen wie der Äsche um den Platz konkurrieren. Mit Augenmaß ist sie ein wunderbarer Sport- und Speisefisch, der die wilde Bachforelle entlastet; im Übermaß kann sie andere verdrängen. Genau diese Balance ist die ganze Kunst.
Biologische und rechtliche Angaben sind ein Recherche-Entwurf; verbindlich sind die aktuelle Verordnung und dein Erlaubnisschein. Recht & Regeln.
In der Küche
Ein erstklassiger Speisefisch: zart, fettarm, feinaromatisch und grätenarm, gebraten als „Müllerin“, gegrillt, gedünstet oder geräuchert. Mit rötlichem Fleisch aus carotinoidreichem Futter läuft sie unter dem Handelsnamen „Lachsforelle“, ist aber dennoch eine Regenbogenforelle.
So beangelt man sie: vielseitig und kampfstark, mit kleinem Spinner oder Forellenwobbler, mit der Fliege oder mit Naturköder an Pose und Grund. Suche sie in der freien Strömung: tiefe Rinnen, Kehrwasser und das schäumende Wasser unterhalb von Wehren.
Häufige Fragen zur Regenbogenforelle
Regenbogenforelle oder Bachforelle?
Schau auf Schwanz und Flanke: eine dicht schwarz getupfte Schwanzflosse und ein rosa schillerndes Band entlang der Seite bedeuten Regenbogenforelle. Rote Tupfen am Körper und eine fast ungefleckte Schwanzflosse bedeuten Bachforelle. Die Regenbogenforelle trägt gar keine roten Tupfen.
Ist die Regenbogenforelle in der Saale heimisch?
Nein. Sie stammt von der pazifischen Seite Nordamerikas und kam erst um 1880 nach Deutschland. Bei uns lebt sie vor allem dank Besatz, denn natürlich vermehrt sie sich hier nur sehr selten erfolgreich.
Warum wächst sie so viel schneller als die Bachforelle?
Sie setzt schlicht rascher an: Bis zur Speisereife braucht eine Regenbogenforelle etwa zweieinhalb bis drei Jahre, eine Bachforelle rund fünf. Genau dieses schnelle, robuste Wachstum hat die Zuchten schon früh für sie eingenommen.
Was ist eine „Lachsforelle“?
Nur ein Handelsname, keine eigene Art. Meist ist damit eine Regenbogenforelle gemeint, deren Fleisch durch carotinoidreiches Futter rötlich geworden ist. Auf dem Teller ist sie eine Regenbogenforelle unter anderem Namen.
Verträgt sie wärmeres Wasser als die Bachforelle?
Ja. Die Regenbogenforelle kommt mit höheren Temperaturen und weniger Sauerstoff besser zurecht und kurzfristig mit Wasser bis etwa 25 Grad. Darum gedeiht sie auch in wärmeren, strömungsreichen Abschnitten, in denen sich die wählerische Bachforelle schwertut.
Wie fängt man sie?
Sehr vielseitig: mit kleinem Spinner oder Forellenwobbler, mit der Fliege oder mit Naturköder an Pose und Grund. Anders als die versteckte Bachforelle steht sie oft frei in der Strömung, in tiefen Rinnen und im schäumenden Wasser unterhalb von Wehren. Welche Methoden erlaubt sind, sagt der Erlaubnisschein.