Fischerzunft Gemünden
Main & untere Saale · Mündung bis Schönau
Historische Zunft, heute Trägerin des Fischereirechts - Jahrtag, Fischerstechen und das Aal-Taxi.
Von einer 1567 erstmals verbrieften Zunft bis zu Dorfvereinen aus jüngerer Zeit: An dieser Saale-Strecke reiht sich eine dichte, nachbarschaftliche Anglerwelt. Zusammen hält sie ein gemeinsamer Festkalender - und ein Wettangeln durch das ganze Tal.
Das Vereinsleben folgt den Jahreszeiten. Es beginnt mit dem Jahrtag der Zunft im Januar und den Köderbinde-Abenden der Schonzeit, führt durch den Sommer der Anglerfeste und das Saaletal-Pokalangeln und endet mit dem Kesselfleischessen im Herbst.
Vier Träger prägen das Angeln zwischen Weickersgrüben und Gemünden. Einer ist Jahrhunderte alt, die anderen sind in den Dörfern innerhalb eines Menschenlebens gewachsen.
Main & untere Saale · Mündung bis Schönau
Historische Zunft, heute Trägerin des Fischereirechts - Jahrtag, Fischerstechen und das Aal-Taxi.
Vereinssee & Wern
Von sechzehn jungen Burschen gegründet; heute ein Vereinssee in den Sinn-Auen, starke Jugendarbeit, Gewässerschutz an erster Stelle.
Schondra & Saale
Der Heimatverein des „Angeldorfs“ - Anglerheim mit Terrasse am Wasser, Jugendgruppen, jährliche Bach-Reinigung seit der Gründung.
Fränkische Saale · TSV-Abteilung
Ihr Fest füllt jeden August den Schlosspark; der Fisch stammt aus der Saale, ein Schauaquarium zeigt die Jungfische des Flusses.
Die Strecke selbst wird von der Hegefischereigenossenschaft Untere Saale betreut. Wie der Fluss gehegt wird
Die Fischerzunft Gemünden wurde 1567 erstmals zu Papier gebracht und feierte 2017 ihr 450-jähriges Bestehen. Sie pflegt einen lebendigen Kalender: einen Jahrtag im Januar mit Gottesdienst, Festzug und Fischertrachtenkapelle und, zu den großen Jubiläen, das Fischerstechen der unterfränkischen Zünfte auf der Saale.
Ihre Wurzeln reichen tiefer als jede Urkunde: Einst lebten rund dreißig Fischerfamilien in Gemünden vom Fluss. Die Zunfttruhe verbrannte 1945, das Brauchtum blieb. Aus dem „Speierritt“, dem Massenzug der Nasen, entstand der Gemündener „Steckefisch“: auf Stecken über Stroh gebacken und bis nach Frankfurt und Würzburg verkauft. Bekanntester Fischer war der „Dapser Hannes“ (1841-1924), der die Saale mit dem flachen Schelch befuhr.
Seit 2017 erzählt die Zunft ihre Geschichte auch in einer Dauerausstellung im Huttenschloss: das harte Leben der alten Flussfischer, ihre geflochtenen Reusen und geknüpften Netze und die Hege von heute. Ihre bekannteste Aufgabe ist die Rettung des Aals, per Lkw an den Kraftwerksturbinen vorbei Richtung Rhein.

In Gräfendorf, seit Langem als „Angeldorf“ bekannt, unterhält der Verein ein Anglerheim mit Terrasse über der Saale, gibt Rutenbau- und Köderbinde-Kurse für den Nachwuchs und reinigt seit 1984 jedes Jahr die Schondra. Im Herbst lädt das Kesselfleischessen.
Flussab in Gemünden pflegt der 1955er-Verein einen See in den Sinn-Auen und richtet seit 2010 in den Sommerferien einen Kinder-Angeltag aus, jedes Kind fängt mindestens einen Fisch. Flussauf in Wolfsmünster füllen die Sportfischer am letzten Augustsonntag den Schlosspark.

Zwischen Januar und Oktober hat fast jeder Verein seinen festen Termin am Wasser, vom Januar-Gottesdienst der Zunft bis zum Fischerstechen, das nur zu den großen Jubiläen ausgetragen wird.
Jahrtag der Fischerzunft
Die Gemündener Zunft eröffnet das Jahr mit Gottesdienst, Festzug zum Huttenschloss und der Fischertrachtenkapelle.
Köderbinde-Abende
In der Forellen-Schonzeit trifft sich der ASC „Forelle“ Gräfendorf zum Köderbinden und Rutenbau für die neue Saison.
Anglerfest am Vereinssee
Der Angelsportverein Gemünden lädt an seinen See am Hofweg, samt Kinder-Angeltag im Ferienprogramm.
Anglerfest im Schlosspark
Die Sportfischer 1991 Wolfsmünster tischen Fisch aus der Saale auf; ein Schauaquarium zeigt die Jungfische des Flusses.
Kesselfleischessen
Der ASC „Forelle“ Gräfendorf beschließt sein Jahr am Anglerheim über der Saale.
Das Fischerstechen
Nicht jedes Jahr, aber zu den runden Zunftjubiläen, wie 2017 zum 450-jährigen Bestehen, treten die unterfränkischen Fischerzünfte auf der Saale zum Stechen an.
Seit über zwanzig Jahren tragen drei Saale-Vereine ein gemeinsames Wettangeln aus, reihum ausgerichtet: vier Stunden am Wasser, oft am Gemündener Sportplatz, dann wandert der Pokal weiter. Es geht weniger um den Fang als darum, drei Dörfer über ein langes Tal hinweg zusammenzuhalten.