Damit die Fische durchkommen
Fische müssen wandern, um zu leben: hinauf zum Kies, um zu laichen, hinab Richtung Meer. Jedes Wehr ist eine Mauer auf diesem Weg. Hier steht, wie wir unsere Saale-Strecke durchgängig halten, und warum ein Fisch per Lkw mitgenommen wird.
Der weite Weg des Aals zum Meer
Unsere Aale werden in der Sargassosee geboren, wachsen in der Saale auf, und müssen zum Laichen wieder dorthin zurück. Auf dem Weg den Main hinab versperren ihnen Dutzende Staustufen den Weg. Also nehmen wir sie mit.
Ein Flussfisch lebt vom Wandern
Barbe und Nase ziehen flussauf, um über sauberem Kies zu laichen; Forellen suchen die kühlen, schnellen Rauschen; der Aal bricht flussab zu einer Reise über Tausende Kilometer auf. Zerschneidet man den Fluss in stille, getrennte Becken, zerschneidet man diese Lebenskreisläufe.
Drei Wehre teilen unsere Strecke in Stauabschnitte. Die Fische daran vorbeizubringen, flussauf wie flussab, ist eine der stillen, ständigen Aufgaben der Hege.

Eine Treppe für die Fische in Gräfendorf
In Gräfendorf staut ein Wehr mit kleiner Wasserkraftanlage die Saale zu einem tiefen, ruhigen Becken. Damit der Fluss durchgängig bleibt, läuft daneben ein Umgehungsgerinne mit Fischtreppe - eine Kette kleiner Becken, die die Fische erklimmen, gespeist von einem eigenen, stetigen Wasserstrom.
Zur Laichzeit kann man zusehen, wie sich Fische durch die Becken nach oben arbeiten. Es ist das deutlichste Zeichen, dass der Fluss noch zusammenhängt, vom Main herauf über Gräfendorf hinaus.

Wenn Schwimmen zu gefährlich wird
Unterhalb von Gemünden wird der Main zu einer Treppe aus Staustufen, jede mit Turbinen, die abwandernde Aale selten überleben. Darum werden die Aale seit 2009 gefangen, gezählt und das gefährliche Stück per Lkw gefahren.
Gesammelt werden die Aale an einer Fangstation bei Harrbach unterhalb von Gemünden und dann in den unteren Rhein gesetzt - vorbei am Schlimmsten der Staustufen, mit echter Aussicht, das offene Meer zu erreichen. Die Kraftwerksbetreiber, deren Turbinen im Weg stehen, tragen einen Teil der Kosten.
Aale aus unserer Saale fahren mit. Es ist ein Behelf, keine Heilung - aber für einen Fisch, dessen Bestände europaweit eingebrochen sind, zählt jeder, der den Atlantik erreicht.
Sauberer Strom und lebendige Flüsse
Kleinwasserkraft ist klimafreundlich, und die Mühlen an der Saale gehören zu ihrer Geschichte. Doch viele kleine Anlagen ergeben viele Hindernisse, und am Main lasten ihre Turbinen schwer auf den Wanderfischen. Wir sprechen nicht gegen die Wasserkraft an sich - wir sprechen für Flüsse, die Fische noch durchwandern können: funktionierende Treppen, vernünftige Wassermengen und Hilfe für den Aal, wo der Weg versperrt bleibt.