Tafel VI · der gestreifte Rudeljäger
Flussbarsch
Perca fluviatilis

Sofort erkennen
- Sechs bis acht dunkle Binden — senkrechte Streifen auf grün-goldenem Grund, wie bei einem Tiger. Das Erste, was man sieht.
- Stachelige erste Rückenflosse mit schwarzem Fleck am hinteren Ende, die zweigeteilte Rückenflosse weist den echten Barsch aus.
- Orangerote Flossen an Bauch, After und Brust, ein warmes Leuchten, das kein Zander zeigt.
- Raue Rüstung — Kammschuppen und ein Dorn am Kiemendeckel bringen ihm den Namen Stachelritter ein.
Der Flussbarsch ist ein neugieriger, anpassungsfähiger Räuber und in der Fränkischen Saale ganz zu Hause. Junge Fische ziehen im Schwarm umher, große, alte jagen einzeln oder in kleinen Rudeln. Standorttreu sind sie nicht, sondern wandern auf der Suche nach der besten Mischung aus Deckung und Ansitz, gern an Steinpackungen, Totholz, Buhnen und Wehren und in den ruhigeren, tieferen Abschnitten.
Bei Gräfendorf stehen sie im Strömungsschatten hinter den Brückenpfeilern und warten, nahe den Schilfkanten, wo sich auch Rotaugen, Brassen und die größeren Räuber sammeln.
- zweigeteilte Rückenflosse
- kräftige Querbinden
- rote Flossen, beschuppter Kopf
- durchgehende Rückenflosse
- Flecken, keine klaren Binden
- keine roten Flossen, nackter Kopf
Faustregel: geteilte Rückenflosse und rote Flossen bedeuten Flussbarsch.
Ein Rudel gegen den Neuling
Kein Fisch der Saale ist leichter zu benennen: Die drei R schaffen es auf einen Blick. Doch der Barsch ist mehr als ein hübsches Kleid. Als die Grundel vom Schwarzen Meer über Donau und Main heraufdrängte, war der Barsch der erste unserer Räuber, der sich ihr stellte und dem Neuling im Rudel nachstellte, wie ein Wolfsrudel. Genau darum wird er heute gezielt besetzt, als lebendiges, natürliches Gegengewicht.
- 1 · Der Neuling Die Grundel kommt Die Grundel wandert vom Schwarzen Meer über Donau und Main herauf und macht sich im Steingrund der Saale rasch breit.
- 2 · Die Antwort Der Barsch bekommt Appetit Der Barsch ist der erste unserer Räuber, der sich am Neuling gütlich tut und ihm im Rudel am Grund nachstellt.
- 3 · Der Plan Gezielt besetzt Als man das erkannte, begann die heimische Fischerei, den Barsch gezielt zu besetzen, als lebendiges, natürliches Gegengewicht zur Grundel.
- 4 · Die Folge Die anderen ziehen nach Nachdem der Barsch vorangegangen war, nahmen auch Hecht und Zander die Grundel an, und am reichen Grundel-Menü wird der Barsch selbst kräftiger.
Was den Flussbarsch (hier) besonders macht
Jahr für Jahr zählt der Barsch zu den häufigsten Fängen unserer Strecke, dicht hinter Aal und Rotauge, ein verlässlicher Alltagsbegleiter der Saale-Angler.
Mit Binden, die zu einem Tigermuster verlaufen, und bis zu vierzehn oder fünfzehn Dornen in der ersten Rückenflosse gilt der Barsch als einer der am schönsten gezeichneten Fische des Flusses.
Bei Gräfendorf stehen gierige Barsche im Strömungsschatten hinter den Brückenpfeilern und warten, dass etwas Fressbares vorbeitreibt, ein Lieblingsplatz, den es sorgsam abzusuchen lohnt.
Seit sich der Barsch an der reichlich vorhandenen Grundel bedient, berichten die Angler von merklich kräftigeren, besser genährten Fischen, der Neuling ist eben ausgezeichnetes Barschfutter.
Die Streifen in echt
Die alte Tafel deutet das Muster an, hier sieht man es leuchten: die sechs bis acht dunklen Binden über der grün-goldenen Flanke, die orangeroten Flossen und den schwarzen Fleck auf der aufgestellten, stacheligen Rückenflosse. Jedes der drei R, in echt.
Ein zäher Allrounder
Der Flussbarsch gehört zu den genügsamsten unserer Fische. Er gedeiht in Fließ- und Stillgewässern gleichermaßen und stellt wenig Ansprüche an sein Zuhause, deshalb zählt er nicht zu den bedrohten Arten und braucht hier keinen besonderen Schutz. Fraßdruck durch Vögel ist im Leben jedes Flussfisches einer von mehreren Faktoren, nicht mehr; ein gesundes, strukturreiches Gewässer trägt seinen guten Barschbestand von allein. Wird er zur Laichzeit im Frühjahr fair behandelt, sorgt der Bestand für sich selbst.
Biologische und rechtliche Angaben sind ein Recherche-Entwurf; verbindlich sind die aktuelle Verordnung und dein Erlaubnisschein. Recht & Regeln.
In der Küche
Weißes, festes, mageres und grätenarmes Fleisch, ein hoch geschätzter Speisefisch. Am besten filetiert, dann paniert und in der Pfanne goldbraun gebraten; in der Schweiz ist der Barsch als Egli beliebt, serviert als knusprige Filets.
So beangelt man ihn: das Rudel finden und dranbleiben, mit kleinen Gummiködern am Drop-Shot, kleinen Spinnern, Blinkern oder Wobblern, oder mit einem einzelnen lebhaften Tauwurm. Abgesucht werden die Strukturen: Steinpackungen, Totholz, Buhnen, Brückenpfeiler und Wehrkolke.
Häufige Fragen zum Flussbarsch
Woran erkenne ich den Flussbarsch sicher?
An der Faustregel der drei R: Rote Flossen, Riegel (Querbinden) und eine stachelige Rückenflosse. Sechs bis acht dunkle, senkrechte Binden auf grün-goldenem Grund, orangerote Bauch-, After- und Brustflossen und eine zweigeteilte Rückenflosse, deren vorderer Teil hart und stachelig ist und am hinteren Ende einen schwarzen Fleck trägt. Kein anderer Fisch der Saale vereint alle drei.
Barsch oder Zander?
Der Barsch ist gedrungen und hochrückig, mit kräftigen Querbinden, roten Flossen und einem schwarzen Fleck an der ersten Rückenflosse. Der Zander ist schlank und lang, hat keinen solchen Fleck, trägt Fangzähne und keine roten Flossen. Sind der schwarze Fleck und die Binden da, ist es ein Barsch.
Warum hilft der Barsch gegen die Grundel?
Die Grundel wanderte vom Schwarzen Meer über Donau und Main herauf und breitete sich rasch aus. Der Barsch war der erste unserer Raubfische, der wirklich Gefallen an ihr fand und dem Neuling im Rudel nachstellt. Deshalb wird er hier gezielt besetzt, als natürliches Gegengewicht; später zogen die übrigen Raubfische nach.
Hat der Barsch eine Schonzeit oder ein Mindestmaß?
In Bayern gibt es für den Flussbarsch gesetzlich keine Schonzeit und kein Mindestmaß. Örtliche Hegeregeln können aber strenger sein: An manchen Strecken rund um die Saale gilt eine eigene Schonzeit im Frühjahr und ein Mindestmaß von 25 Zentimetern. Verbindlich ist der Erlaubnisschein für das Gewässer, also dort nachsehen.
Wie groß und wie alt wird ein Barsch?
Meist 20 bis 35 Zentimeter; ab 40 Zentimetern spricht der Angler von einem kapitalen Fisch, über 50 Zentimeter sind der Fang eines Lebens. Bei reichem Nahrungsangebot wird er kräftiger, und alt werden kann er erstaunlich: bis etwa zwanzig Jahre.
Wie fängt man Flussbarsche?
Findet man das Rudel, fängt man oft mehrere hintereinander. Kleine Gummiköder am Drop-Shot, kleine Spinner, Blinker oder Wobbler funktionieren gut, und ein einzelner lebhafter Tauwurm ist ein Klassiker. Abgesucht werden die Strukturen: Steinpackungen, Totholz, Buhnen, Brückenpfeiler und Wehrkolke.
