Tafel II · Leitfisch des klaren Wassers

Äsche

Thymallus thymallus

Fisch des Jahres 2026 Bayern

Schonzeit 1. Januar – 30. April
Schonmaß
0 30 60 90 120
ab 35 cm
Historische Illustration: Äsche
Illustration: Marcus Elieser Bloch, „Ichtyologie … des poissons“ (1785-1797), gemeinfrei.

Sofort erkennen

  • Die Äschenfahne — eine hohe, gestreifte, segelartige Rückenflosse. Kein anderer Fisch der Saale trägt sie. Das sicherste Merkmal.
  • Fettflosse — die kleine, strahlenlose Flosse vor dem Schwanz weist sie als Lachsfisch aus.
  • Kleines, leicht unterständiges Maul — auf Insekten ausgelegt, nicht auf Raub.
  • Große Schuppen, wenige Punkte auf den silbrigen, messingfarben schimmernden Flanken.
Charakter & Lebensraum

Die Äsche ist ein eleganter Lachsfisch und die namensgebende Leitart der Äschenregion: klare, kühle, sauerstoffreiche Flüsse über Kies, genau der Charakter der Fränkischen Saale. Sie steht gern frei in der Strömung und liest die Drift nach Nahrung ab; im Frühjahr laicht sie über flachem Kies.

Als Bayerns Fisch des Jahres 2026 steht sie für sauberes Wasser und lebendige Flüsse: Wo die Äsche gedeiht, ist der Fluss gesund.

Keine Forelle
Äsche
  • hohe gestreifte Fahne
  • kleines, unterständiges Maul
  • wenige Punkte, große Schuppen
Forelle
  • kleine, schlichte Rückenflosse
  • großes, endständiges Maul mit Zähnen
  • kräftig gefleckter Körper

Ein Blick auf die Rückenflosse genügt: Die Fahne bedeutet Äsche.

Beinahe verloren, zurückgeholt

Die Rückkehr der Äsche

Bis in die 1990er galt die Saale um Wolfsmünster als erstklassiges Äschengewässer. Dann brach der Bestand ein. Seither holen Angler, die Hegegenossenschaft und das Fischgut Seewiese die Äsche zurück, mit Eiern aus der Schondra, damit die Jungfische vom ersten Tag an in ihr Heimatwasser gehören.

4444 junge Äschen wurden im Spitzenjahr 2007 in den Saalemäander bei Schonderfeld gesetzt, ein Höhepunkt des heimischen Aufzuchtprogramms und der Beweis, dass geduldige Arbeit sich lohnt.

Wo die jungen Äschen aufwachsen: das Fischgut Seewiese

Die Äsche & die Saale

Was die Äsche (hier) besonders macht

2026 Fisch des Jahres

Bayern hat die Äsche zum Fisch des Jahres 2026 gewählt, als Sinnbild für sauberes, sauerstoffreiches, lebendiges Wasser.

Thymian der Duft im Namen

Frisch gefangen duftet die Äsche zart nach Thymian, und genau daher stammt ihr wissenschaftlicher Name Thymallus.

um 1200 mit der Feder gefangen

Das Fliegenfischen hat hier tiefe Wurzeln: Schon Wolfram von Eschenbach schrieb vom Äschenfang mit der Federangel, und das erste Fliegenfischer-Treffen der Gegend fand in Gräfendorf statt.

1 kg+ die edle Dame der Flüsse

Eine ausgewachsene Äsche von rund 50 Zentimetern bringt schon über ein Kilogramm auf die Waage.

Foto eines lebenden Äsche
Foto: Burnopfielder1, gemeinfrei
Der lebende Fisch

Die Fahne in echt

Der alte Stich deutet sie nur an, hier sieht man sie richtig: die hohe, gestreifte Rückenflosse, die die Äsche wie ein Segel aufstellt und die kein anderer Fisch der Saale trägt.

Fangmeldung 2025
3
gemeldete Äschen
25 cm
kleinster Fang
42 cm
größter Fang
35 cm
Durchschnitt

Alle Fangmeldungen →

Ein Gradmesser für sauberes Wasser

Anspruchsvoll, und die Mühe wert

Die Äsche steht auf der Roten Liste. Sie reagiert empfindlich auf wärmeres Wasser, verbaute Flüsse und verschlammten Laichkies, und auch Fraßdruck setzt ihr zu, spürbar seit dem Winter 1996/97. Weil sie so viel von einem Fluss verlangt, ist ihr Vorkommen eine Auszeichnung für ein gesundes Gewässer, und genau darum steckt so viel Mühe in ihrer Rückkehr.

Biologische und rechtliche Angaben sind ein Recherche-Entwurf; verbindlich sind die aktuelle Verordnung und dein Erlaubnisschein. Recht & Regeln.

In der Küche

Zartes, mildes, weißes Fleisch, eine echte Delikatesse, klassisch in Butter gebraten und am besten ganz frisch. Wegen der Gefährdung ist Bewundern und Zurücksetzen aber oft die schönere Wahl.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zur Äsche

Warum heißt die Äsche Thymallus?

Weil sie frisch gefangen zart nach Thymian duftet. Schon die alten Naturforscher bemerkten das und benannten den Fisch nach dem Kraut, Thymallus.

Woran erkenne ich die Äsche sicher?

An ihrer großen, gestreiften, fahnenartigen Rückenflosse, der Äschenfahne. Kein anderer Fisch der Saale trägt so eine. Dazu die kleine Fettflosse und das kleine, leicht unterständige Maul, dann ist sie unverwechselbar.

Warum ist die Äsche so selten geworden?

Sie braucht sauberes, kühles, sauerstoffreiches Wasser und Kies zum Laichen. Erwärmung, verbaute Flüsse, verschlammter Laichkies und Fraßdruck setzen ihr zu; nach dem harten Winter 1996/97 brach der Bestand hier ein.

Was wird für sie getan?

Angler, die Hegegenossenschaft und das Fischgut Seewiese ziehen Äschen aus heimischen Schondra-Eiern nach und setzen die Jungfische aus, im Spitzenjahr 2007 waren es 4.444, damit die Fische genetisch zu Hause bleiben.

Wie fängt man Äschen?

Klassisch mit der Fliege: eine kleine Trockenfliege oder Nymphe an feinem Vorfach, denn die Äsche hat ein kleines Maul. Hochsaison ist der Herbst. Wegen der Gefährdung ist schonende Behandlung oder Zurücksetzen oft die bessere Wahl.

Seit wann wird hier mit der Fliege geangelt?

Sehr lange. Schon Wolfram von Eschenbach beschrieb um 1200 den Äschenfang mit der Federangel, und das erste Fliegenfischer-Treffen der Gegend fand in Gräfendorf statt.