Tafel X
Nase
Chondrostoma nasus
Die Nase ist ein geselliger Schwarmfisch der schnell strömenden, sauerstoffreichen Abschnitte über steinig-kiesigem Grund. Mit ihrer scharfkantigen Hornlippe weidet sie den Algenbelag von Steinen ab und erfüllt damit eine wichtige Rolle im Flussökosystem. In der Fränkischen Saale lebt sie grundnah in den Strömungsrinnen der Barben- und Äschenregion, oft gemeinsam mit Barbe, Äsche und Döbel.
Erkennungsmerkmale
Kennzeichnend sind die vorspringende, nasenartige Schnauze und das stark unterständige Maul mit quergestellter, scharfkantig verhornter Unterlippe. Beim Ausnehmen fällt zudem das tiefschwarze Bauchfell sofort auf – ein nahezu eindeutiges Merkmal.
Verwechslungsarten
Die Barbe trägt vier Barteln und weiche, fleischige Lippen, die Nase dagegen keine Barteln und eine harte Querlippe; der Döbel hat ein großes, endständiges Maul statt des unterständigen. Im Zweifel hilft das schwarze Bauchfell, das beiden fehlt.
Lokaler Hinweis: Bestand bedroht; lokal wird die Nase strenger geschont als gesetzlich vorgeschrieben – verbindlich ist der Erlaubnisschein.
Tipp
Als grätenreicher, geschmacklich eher schwacher und in Bayern stark gefährdeter Fisch ist die Nase vor allem ein anglerisch und ökologisch wertvoller Fang, den man am besten schonend zurücksetzt; falls beangelt, gelten kleine Madenbündel als Top-Köder, während süßliche Aromen eher abschrecken.
Dieser Steckbrief ist ohne Gewähr; biologische Angaben und besonders Schonzeit/Schonmaß sind vor dem Verlassen darauf gegen die aktuelle AVBayFiG und deinen Erlaubnisschein zu prüfen. Recht & Regeln.